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Netflix übernimmt Warner Bros. – Kartellrechtliche Bedenken

Sunday 07 December 2025 - 14:27
Netflix übernimmt Warner Bros. – Kartellrechtliche Bedenken
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Der Streaming-Riese Netflix gab am Samstag die historische Übernahme von Warner Bros. Discovery (WBD) bekannt. Zum Portfolio gehören die Film- und Fernsehstudios sowie die Plattformen HBO Max und HBO. Die Transaktion, die die HBO-Marken unter das Dach von Netflix bringt und dem Streaming-Giganten die Kontrolle über das legendäre Warner Bros.-Studio sichert, hat heftige Reaktionen von Hollywood-Gewerkschaften und Politikern hervorgerufen und wirft gleichzeitig ernsthafte Fragen zur Zukunft der Filmindustrie auf.

Versprechen der Führungskräfte

Warner Bros. Discovery und Netflix hoben die Vorteile des Deals hervor. David Zaslav, CEO von WBD, erklärte, die Übernahme werde sicherstellen, dass Menschen weltweit auch in Zukunft die wirkungsvollsten Geschichten genießen können. Ted Sarandos, Co-CEO von Netflix, sieht in der Übernahme ein Angebot, das den Zuschauern mehr von dem bietet, was sie lieben. Netflix hebt außerdem hervor, dass Kultserien wie Game of Thrones, Die Sopranos, The Big Bang Theory, das DC-Universum und Der Zauberer von Oz in den Katalog aufgenommen werden.

Wachsende Bedenken hinsichtlich der Marktkonzentration

Doch nicht alle teilen diese Begeisterung. Film- und Fernsehgewerkschaften, Kinoverbände und einige Mitglieder des US-Kongresses verurteilen eine „Albtraumfusion“ für den Markt und die Verbraucher. Die demokratische Senatorin Elizabeth Warren warnte vor der Entstehung eines „Mediengiganten“, der fast die Hälfte des Streaming-Marktes kontrollieren und die Auswahlmöglichkeiten der Zuschauer einschränken, die Preise erhöhen und die Kreativität der Künstler begrenzen könnte. Die Writers Guild of America und Cinema United, die Zehntausende von Kinos vertreten, forderten ebenfalls, die Transaktion zu blockieren, da sie Kinos und Arbeitsplätze in der Branche gefährden könnte.

Politische und kartellrechtliche Reaktionen

Die Übernahme wird bereits von den US-Kartellbehörden geprüft. Mehrere republikanische Kongressmitglieder, darunter Senator Mike Lee und Abgeordneter Darrell Issa, haben gewarnt, dass der Deal den Wettbewerb einschränken und Netflix einen unverhältnismäßig großen Marktanteil sichern könnte. Das US-Justizministerium (DOJ) wird voraussichtlich die Auswirkungen der Fusion auf den Markt untersuchen und möglicherweise die Veräußerung bestimmter Inhalte anordnen, um die Dominanz von Netflix zu begrenzen. Auch die Europäische Union wird aufgrund der Marktmacht beider Unternehmen im internationalen Streaming-Markt voraussichtlich eine gründliche Analyse durchführen.

Eine gigantische Transaktion

Die Übernahme bewertet Warner Bros. Discovery mit einer Marktkapitalisierung von rund 72 Milliarden US-Dollar und einem Unternehmenswert von 82,7 Milliarden US-Dollar. Der Abschluss des Deals hängt von der Zustimmung der Aufsichtsbehörden und der Aktionäre von Warner Bros. Discovery ab. Diese haben weiterhin die Möglichkeit, ein konkurrierendes Angebot von Paramount Skydance unter der Führung von David Ellison anzunehmen.

Ein Wendepunkt für die Filmindustrie

Sollte die Fusion zustande kommen, würde dies einen tiefgreifenden Wandel in der Unterhaltungsbranche einleiten und Netflix' Marktführerschaft im Streaming-Bereich sowie den Zugang zu den legendären Inhalten von Warner Bros. festigen. Kritiker befürchten eine Standardisierung der Inhalte, Preiserhöhungen und einen Rückgang der Kinostarts, da amerikanische Kinobesucher bereits einen immer größeren Teil ihres Budgets für Online-Abonnements ausgeben.

Ted Sarandos hingegen erklärte, der Deal sei „verbraucherfreundlich, innovationsfreundlich, arbeitnehmerfreundlich und kreativerfreundlich“ und betonte die Vorteile für Abonnenten und Content-Ersteller gleichermaßen.



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