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Deutschland lehnt europäische Sanktionen gegen Israel ab

Yesterday 16:31
Deutschland lehnt europäische Sanktionen gegen Israel ab
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 Der deutsche Außenminister Johann Wadephul kündigte an, dass Berlin angesichts der katastrophalen humanitären Lage im Gazastreifen dem Vorschlag der Europäischen Kommission, Sanktionen gegen Israel zu verhängen, zum jetzigen Zeitpunkt nicht zustimmen werde.

Bei einem Treffen der Europäischen Union in Kopenhagen erklärte Vadephul, dass eine Aussetzung der Zusammenarbeit mit Israel im Forschungsförderprogramm „Horizont Europa“ voraussichtlich keine Auswirkungen auf die politische Entscheidungsfindung oder militärischen Operationen Israels haben werde. Deutschland sei deshalb von diesen Vorschlägen nicht überzeugt.

Der Minister stellte fest, dass sein Land stattdessen Beschränkungen für Waffenexporte nach Israel verhängt habe. Er bezeichnete diese Maßnahme als „zielgerichtet, äußerst wichtig und notwendig“ und betonte, dass die wissenschaftliche Zusammenarbeit mit Israel weiterhin von Nutzen sei.

Vadephuls Äußerungen fallen in eine Zeit der Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Europäischen Union über den Umgang mit dem Krieg im Gazastreifen und seinen humanitären Folgen. Die Europäische Kommission hatte Ende Juli vorgeschlagen, Israels Teilnahme am Programm „Horizont Europa“ sofort auszusetzen, um Israel zu mehr humanitärer Hilfe für die Betroffenen im Gazastreifen zu drängen.

Die vorgeschlagenen Sanktionen richten sich gegen bestimmte israelische Institutionen, darunter Start-ups und kleine Unternehmen, die in den Bereichen Cybersicherheit, Drohnen und künstliche Intelligenz tätig sind. Israelische Universitäten und Forscher sind von den Beschränkungen ausgenommen.

Der vorgeschlagene Gesetzesentwurf rechtfertigt diese Maßnahmen mit den Verletzungen der Menschenrechte und des humanitären Völkerrechts durch Israel im Gazastreifen, die zu Tausenden von Todesfällen und einer Zunahme schwerer Unterernährungsfälle bei Kindern geführt hätten.

Die Verabschiedung des Vorschlags ist eine Herausforderung, da er die Unterstützung einer „qualifizierten Mehrheit“ im Rat der Mitgliedstaaten erfordert, also die Zustimmung von 15 der 27 Länder. Nur Deutschland und Italien unterstützen die Maßnahme weiterhin nicht, während die meisten anderen Länder die Sanktionen befürworten.



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